Krafttraining ab 50: Wie Sie Funktion, Stabilität und Sicherheit erhalten

Wie Sie ab 50 sicher mit Krafttraining starten, die Belastung sinnvoll steigern und Warnzeichen erkennen, die ärztlich abgeklärt werden müssen.

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Krafttraining wird ab 50 oft erst dann ernst genommen, wenn Treppensteigen schwerer fällt, das Aufstehen aus tiefen Sesseln mehr Mühe macht oder Rumpf und Schultern schneller ermüden. Genau dann zeigt sich, worum es bei Training in diesem Lebensabschnitt wirklich geht: nicht um Rekorde, sondern um Funktion. Gute Muskelkraft erleichtert Aufstehen, Tragen, Heben, Stabilisieren und schnelle Reaktionen im Alltag. Sie kann außerdem helfen, Stürzen vorzubeugen, Gelenke zu entlasten und die Beweglichkeit länger praktisch nutzbar zu halten. Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamente haben, lassen Sie den Einstieg individuell abklären.

Ab dem mittleren Lebensalter lohnt ein nüchterner Blick auf das, was Training leisten soll. Es geht nicht darum, jünger zu werden, sondern beweglich, belastbar und selbstständig zu bleiben. Die offiziellen Empfehlungen für Erwachsene betonen neben Ausdauer auch Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche. Für ältere Erwachsene kommen Balance und Koordination hinzu, vor allem wenn Unsicherheit beim Gehen oder ein erhöhtes Sturzrisiko bestehen. Für Sie bedeutet das: Ein gutes Programm ist nicht maximal hart, sondern passend, regelmäßig und gut steuerbar.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen allgemeiner Information und medizinischer Empfehlung. Nicht jede Person ab 50 braucht dieselben Übungen, dieselbe Belastung oder denselben Startpunkt. Wer gesund ist und seit Jahren nicht trainiert hat, beginnt anders als jemand mit Kniearthrose, Bluthochdruck, Osteoporose oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Deshalb finden Sie hier keine Pauschalverordnung, sondern einen sicheren Rahmen, mit dem Sie eine Praxis, ein Studio oder das Training zu Hause sinnvoll vorbereiten können.

Warum Krafttraining ab 50 für den Alltag wichtig ist

Krafttraining ist keine Spezialdisziplin für Sportliche, sondern ein Mittel zur Alltagssicherung. Wenn Beine, Hüfte, Rücken, Brust, Schultern und Arme regelmäßig gefordert werden, fällt vieles leichter: aus dem Auto aussteigen, Einkaufstaschen tragen, eine schwere Tür öffnen, sich aufrichten, auf Leitern oder Treppen sicherer bewegen und sich bei einem Stolpern besser abfangen. Gerade diese scheinbar kleinen Bewegungen entscheiden oft darüber, ob ein Tag mühelos verläuft oder anstrengend wird.

Die internationale und nationale Gesundheitsliteratur ist sich in einem Punkt klar einig: Bewegung zählt in jedem Alter, und Muskelkräftigung ist ein fester Baustein der Gesundheitsvorsorge. Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche und Muskelkräftigung an zwei oder mehr Tagen. Die CDC nennt dieselbe Grundlogik für Erwachsene. Die NHS ergänzt für ältere Erwachsene ausdrücklich Kraft-, Balance- und Beweglichkeitsarbeit. Für Sie ist die praktische Schlussfolgerung einfach: Zwei verlässliche Krafteinheiten pro Woche sind ein brauchbares Minimum, kein Luxus.

Mit zunehmendem Alter gewinnt außerdem die Sturzprävention an Bedeutung. Gesundheitsinformation.de beschreibt, dass gezieltes Training Muskeln stärkt und den Gleichgewichtssinn verbessert; bei Osteoporose kann es zusätzlich helfen, Knochen stabil zu halten. Daraus folgt kein Versprechen, dass Training jede Verletzung verhindert. Es bedeutet aber, dass Krafttraining mehr ist als ein Fitnesstrend. Es ist eine konkrete Strategie, um Funktionsverluste zu verlangsamen und im Alltag mehr Reserven zu behalten. Gerade das macht den Unterschied zwischen bloßer Aktivität und sinnvoller Prävention aus.

Wann Sie vor dem Start medizinisch abklären sollten

Vor dem Beginn eines Kraftprogramms ist eine ärztliche Rücksprache sinnvoll, wenn Sie längere Zeit gar nicht trainiert haben und zugleich Beschwerden oder Vorerkrankungen bestehen. Das gilt besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, wiederkehrender Atemnot, bekannter Osteoporose, frischen Operationen, starkem Schwindel, ungeklärten Gelenkproblemen oder Schmerzen in Brust, Rücken oder Beinen. Auch wenn Sie Medikamente nehmen, die Kreislauf, Blutzucker, Blutgerinnung oder Belastbarkeit beeinflussen können, ist ein kurzer medizinischer Check vernünftig.

Das ist kein Alarmismus, sondern Risikomanagement. Wer etwa unter Bluthochdruck, Diabetes oder einer Herzkrankheit lebt, kann oft sehr wohl trainieren, sollte aber wissen, welche Intensität passt und welche Warnzeichen ernst zu nehmen sind. Je klarer die Ausgangslage, desto besser lässt sich das Training anpassen. Auch bekannte Rückenschmerzen oder Kniebeschwerden sind kein automatisches Verbot. Sie sind ein Grund, die Übungen sauber auszuwählen und mögliche Grenzen vorab zu besprechen.

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie früher schon einmal beim Sport kollabiert sind, wenn Ihr Herz ungewöhnlich rast, wenn Sie bei Alltagsbelastung schnell außer Atem geraten oder wenn ein Arzt bereits Herzrhythmusstörungen oder eine Knochenschwäche festgestellt hat. In solchen Fällen ist individuelle Anleitung besser als ein Standardplan aus dem Internet. Das Ziel bleibt dasselbe, aber der Weg dorthin wird auf Sie zugeschnitten.

Der sichere Einstieg: klein anfangen, sauber ausführen

Ein sicherer Einstieg beginnt mit einem kurzen Aufwärmen. Gesundheitsinformation.de empfiehlt vor Kräftigungsübungen fünf bis zehn Minuten Warm-up, etwa mit zügigem Gehen oder auf dem Ergometer. Das Ziel ist nicht, sich zu erschöpfen, sondern Körpertemperatur, Kreislauf und Beweglichkeit auf Arbeit einzustellen. Danach sollten Sie mit leichten Übungen beginnen und die Belastung allmählich steigern. Dieser Satz ist wichtiger als jede komplizierte Methode, denn er schützt vor dem häufigsten Fehler: zu viel, zu früh, zu ungenau.

Als grober Rahmen ist für gesunde Erwachsene und viele Einsteiger ein Rhythmus von zwei nicht aufeinanderfolgenden Trainingstagen pro Woche sinnvoll. Die DGSP nennt für Krafttraining unter anderem 8 bis 12 Wiederholungen pro Übung, 1 bis 3 Sätze und eine moderate Belastung. Das ist kein starres Gesetz, sondern ein Orientierungswert. Wenn Sie noch unsicher sind, starten Sie eher mit einem Satz und sehr kontrollierter Ausführung. Wenn die Technik stabil bleibt, können Sie später um Sätze, Wiederholungen oder Widerstand ergänzen.

Für das Training zu Hause brauchen Sie oft weniger Ausrüstung, als viele denken. Eine stabile, rutschfeste Sitzgelegenheit ohne Rollen, etwas Platz, bequeme Kleidung und vernünftige Schuhe reichen für den Anfang oft aus. Die NHS empfiehlt genau solche einfachen Bedingungen und beschreibt Übungen, die für Anfänger geeignet sind. Entscheidend ist nicht, ob die Umgebung perfekt aussieht, sondern ob sie sicher und wiederholbar ist. Wer die erste Hürde klein macht, trainiert mit größerer Wahrscheinlichkeit regelmäßig.

Führen Sie jede Wiederholung langsam und kontrolliert aus. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, Stolpern, überhastetes Absetzen und das Durchdrücken auf Kosten der Form. Ein Satz ist erst dann sinnvoll, wenn Sie am Ende noch erkennen, welche Muskeln arbeiten. Sobald Sie die Kontrolle verlieren, ist nicht mehr das Ziel erreicht, sondern das Risiko gestiegen. Für den Start gilt deshalb: sauber vor schwer. Das ist keine Bremsung, sondern die Grundlage für Fortschritt.

Geeignete Übungen für Zuhause, Studio und Alltag

Für den Anfang sind Grundbewegungen oft besser als aufwendige Maschinenprogramme. Die NHS nennt unter anderem das Aufstehen vom Stuhl, Mini-Kniebeugen, Fersenheben und seitliches Beinheben. Gesundheitsinformation.de beschreibt zusätzlich Step-ups, also das kontrollierte Auf- und Absteigen auf eine Stufe oder Treppenstufe. Solche Übungen wirken unspektakulär, treffen aber genau die Muskelgruppen, die Sie im Alltag brauchen: Beine, Hüfte, Gesäß, Waden und Rumpfstabilität. Wer diese Basis stärkt, verbessert nicht nur Kraft, sondern auch Bewegungsqualität.

  • Vom Stuhl aufstehen: langsam aufrichten, kurz stabil stehen, kontrolliert wieder hinsetzen.
  • Mini-Kniebeuge: mit geradem Rücken nur so tief gehen, wie es sauber möglich ist.
  • Fersenheben: aufrecht stehen, Fersen langsam anheben und wieder absenken.
  • Seitliches Beinheben: mit leichter Stütze ein Bein kontrolliert zur Seite führen.
  • Step-ups: auf eine niedrige, stabile Stufe steigen und wieder absteigen.

Wenn Sie bereits Geräte, Hanteln oder Widerstandsbänder gewohnt sind, können Sie den Plan später erweitern. Das Prinzip bleibt gleich: eine Übung pro Bewegungstyp, klare Kontrolle, saubere Wiederholungen, keine Hast. Für den Oberkörper kommen dann Drück- und Zugbewegungen hinzu, etwa am Kabelzug, mit Bändern oder an Maschinen. Doch auch hier gilt: Beginnen Sie dort, wo Sie die Bewegung verstehen und sicher ausführen können. Komplexität ist nicht automatisch besser.

Bei bestehender Osteoporose oder Wirbelkörperproblemen ist besondere Sorgfalt nötig. Gesundheitsinformation.de weist darauf hin, dass nicht jede Übung geeignet ist, wenn die Wirbelsäule betroffen ist. Starkes Rundmachen oder Verdrehungen unter Last sollten dann vermieden werden. Stattdessen sind kontrollierte, aufrechte und gelenkschonende Bewegungen sinnvoll. Das bedeutet nicht Schonung im Sinn von Untätigkeit. Es bedeutet gezielte Auswahl. Wenn Sie eine solche Diagnose haben, lassen Sie sich die Übungswahl besser individuell zeigen, bevor Sie selbst experimentieren.

So steigern Sie die Belastung ohne unnötiges Risiko

Progression heißt nicht, jeden Termin härter zu machen. Sichere Steigerung bedeutet, nur eine Variable auf einmal zu verändern. Sie können zunächst die Technik stabilisieren, dann die Wiederholungen erhöhen, danach einen zweiten Satz ergänzen und erst später etwas mehr Widerstand nehmen. Wer mehrere Dinge gleichzeitig verändert, weiß am Ende nicht mehr, was geholfen hat und was überfordert hat. Genau deshalb ist langsame Progression kein Zeichen von Vorsichtslosigkeit, sondern von Disziplin.

Eine praktische Regel lautet: Steigern Sie erst, wenn die aktuelle Stufe über mehrere Einheiten sauber funktioniert. Wenn Sie sich nach dem Training normal erholen, die Technik nicht zerfällt und keine neuen Beschwerden entstehen, ist der nächste kleine Schritt meist vertretbar. Wenn Sie dagegen eine Übung nur mit Ausweichbewegungen schaffen, gehen Sie nicht automatisch schwerer. Erst stabilisieren, dann erhöhen. Gerade bei Einsteigern ab 50 ist das oft der entscheidende Unterschied zwischen Aufbau und Überlastung.

Die DGSP nennt bei Krafttraining unter anderem 2 bis 3 Einheiten pro Woche, 8 bis 12 Wiederholungen und 1 bis 3 Sätze. Gesundheitsinformation.de empfiehlt bei Osteoporose, Sätze, Wiederholungen und Intensität über mehrere Wochen langsam zu steigern. Daraus ergibt sich ein vernünftiger Mittelweg: Halten Sie anfangs die Belastung klein, beobachten Sie die Reaktion und erhöhen Sie nur dann, wenn der Körper das Training klar toleriert. Ein Plan ist gut, wenn er sich anpassen lässt.

Muskelkater kann nach neuen Reizen vorkommen, besonders am Anfang. Er ist etwas anderes als stechender Gelenkschmerz, plötzliche Schwäche oder ein unangenehmes Instabilitätsgefühl. Wenn Sie die Belastung zum ersten Mal erhöhen, prüfen Sie am Folgetag nüchtern: Können Sie sich normal bewegen? Ist die Müdigkeit üblich oder deutlich stärker als sonst? Wenn etwas ungewohnt bleibt, war der Schritt zu groß. Dann reduzieren Sie die Last, die Wiederholungen oder die Übungszahl wieder. Anpassung ist Teil des Plans, nicht sein Scheitern.

Technik, Atmung und Erholung: die Sicherheitsdetails

Saubere Technik ist die beste Versicherung gegen unnötige Probleme. Halten Sie die Bewegungen kontrolliert, die Füße stabil am Boden und den Rücken so, dass Sie nicht ausweichen oder reinfallen. Wenn Sie eine Übung nur mit Schwung schaffen, ist sie im Moment zu schwer oder zu schnell. Auch die Atmung gehört dazu: Atmen Sie regelmäßig weiter und pressen Sie nicht gegen die Luft an. Bei vielen Menschen ist das unbewusstes Gewohnheitsmuster. Es lohnt sich, bewusst einen ruhigen Rhythmus aufzubauen.

Hilfsmittel sind erlaubt. Eine Stuhllehne, eine Wand oder ein Geländer machen Übungen nicht schlechter, sondern sicherer. Gerade bei Gleichgewichtsproblemen ist eine anfängliche Stütze sinnvoll. Die Osteoporose-Empfehlungen von Gesundheitsinformation.de betonen ausdrücklich, dass Übungen herausfordernd, aber nicht bis an die Grenze gehen sollen und dass man bei Gleichgewichtsübungen zunächst festhalten kann. Wenn die Bewegung sicher sitzt, kann der Halt später reduziert werden. Sicherheit zuerst, Schwierigkeit danach.

Zur Erholung gehört mehr als ein freier Tag. Schlaf, Alltagsbewegung und ausreichend Abstand zwischen den Reizen entscheiden mit darüber, ob Sie stärker werden oder nur müde. Wer immer wieder zu hart trainiert, baut keine Reserve auf. Planen Sie daher nicht nur die Trainingstage, sondern auch die Tage dazwischen. Bei vielen Einsteigern funktionieren zwei Krafttage mit mindestens einem Ruhetag dazwischen besser als ein hektischer Dreierblock. Sie geben dem Körper Zeit, das neue Signal zu verarbeiten.

Wenn eine Übung regelmäßig dieselbe Stelle reizt, ist nicht immer mehr Härte die Antwort. Manchmal ist der Bewegungsumfang zu groß, das Gerät falsch eingestellt oder die Variante nicht passend. Dann hilft eine einfachere Ausführung oft sofort. Kniebeugen müssen nicht tief sein, Fersenheben muss nicht schnell sein, und Step-ups müssen nicht hoch sein. Gute Progression sieht man nicht daran, wie beeindruckend etwas wirkt, sondern daran, wie gut es in Ihren Alltag passt.

Warnzeichen: Wann Sie sofort stoppen und Hilfe holen sollten

Bei Krafttraining gilt: Unangenehm ist nicht automatisch gefährlich, aber bestimmte Symptome sind nicht normal. Stoppen Sie sofort, wenn Sie starken Brustschmerz, Druck oder Engegefühl verspüren, wenn Ihnen plötzlich die Luft wegbleibt, wenn Sie kalten Schweiß bekommen, schwindelig werden, ohnmächtig werden oder Anzeichen für einen Schlaganfall bemerken, etwa Sprachstörungen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen. Diese Warnzeichen nennt das Bundesgesundheitsportal ausdrücklich als Notrufgründe. In solchen Fällen ist nicht Abwarten, sondern 112 die richtige Entscheidung.

Ebenso ernst zu nehmen sind schwere allergische Reaktionen, starke Blutungen, schwere Verletzungen und starke Atemnot oder ein schwerer Asthmaanfall. Auch eine plötzlich auftretende Benommenheit während oder nach dem Training sollte nicht bagatellisiert werden, vor allem wenn sie neu ist oder zusammen mit Brustbeschwerden auftritt. Wenn Sie unsicher sind, ob Lebensgefahr besteht, rät das Bundesgesundheitsportal dazu, im Zweifel den Notruf zu wählen. Das ist eine klare, sinnvolle Regel für jede Trainingssituation.

Wenn die Beschwerden zwar deutlich, aber nicht lebensbedrohlich wirken, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 die richtige Anlaufstelle außerhalb der Sprechzeiten. Dazu gehören etwa starke Schmerzen ohne Notfallzeichen oder zunehmende Beschwerden, die nicht bis zum nächsten Werktag warten sollten. Für die Einordnung gilt: Brustschmerz, Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Schlaganfallzeichen sind Notruf-Themen. Unklare, aber nicht akute Verschlechterungen sind ein Fall für die ärztliche Abklärung. Trennen Sie diese Ebenen sauber, dann handeln Sie im Ernstfall schneller.

Wichtig ist auch die medizinische Perspektive: Wenn Sie nach dem Training wiederholt Schwindel, Herzstolpern, ungewöhnliche Luftnot oder Schmerzen spüren, die Sie im Alltag nicht kennen, sollten Sie das nicht als normalen Trainingsreiz verbuchen. Das kann harmlos sein, kann aber auch ein Warnsignal sein. Halten Sie solche Episoden schriftlich fest und besprechen Sie sie ärztlich. Sicherheit im Training heißt nicht nur, während der Einheit vorsichtig zu sein, sondern auch, auffällige Reaktionen danach ernst zu nehmen.

Checkliste für die ersten acht Wochen

Die ersten Wochen entscheiden oft darüber, ob Krafttraining zu einer guten Gewohnheit wird. Nutzen Sie deshalb eine einfache Struktur. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Verlässlichkeit. Wenn Sie an drei Tagen hintereinander beginnen, die Einheiten immer wieder verschieben oder jede Sitzung neu erfinden, wird es unnötig schwer. Eine kleine Routine ist besser als eine große, die nie stattfindet. Arbeiten Sie sich Schritt für Schritt durch die folgende Liste und passen Sie sie an Ihre Ausgangslage an.

  1. Lassen Sie bei Vorerkrankungen oder Unsicherheit den Start ärztlich abklären.
  2. Planen Sie zwei Krafttage pro Woche mit einem Ruhetag dazwischen.
  3. Beginnen Sie jede Einheit mit fünf bis zehn Minuten Aufwärmen.
  4. Wählen Sie sechs bis acht einfache Übungen für Beine, Hüfte, Rücken, Brust, Schultern und Arme.
  5. Starten Sie mit leichter Belastung und sauberer Bewegung statt mit hoher Last.
  6. Nutzen Sie bei Bedarf Stuhl, Wand oder Geländer als Stütze.
  7. Atmen Sie ruhig weiter und vermeiden Sie Pressen oder ruckartige Wiederholungen.
  8. Steigern Sie zuerst die Regelmäßigkeit, dann Wiederholungen, dann Sätze, dann Widerstand.
  9. Notieren Sie, welche Übungen gut gehen und wo Beschwerden entstehen.
  10. Brechen Sie bei Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Ohnmacht oder neurologischen Ausfällen sofort ab und wählen Sie 112.

Nach ungefähr acht Wochen haben Sie genug Vergleich, um zu sehen, was funktioniert. Prüfen Sie dann drei Fragen: Werden Alltagsbewegungen leichter? Fühlt sich die Technik sicherer an? Können Sie die Belastung besser dosieren? Wenn ja, ist der Plan auf dem richtigen Weg. Wenn nein, ist nicht automatisch das Training falsch. Dann sind vielleicht die Übungen, der Umfang oder die medizinische Ausgangslage noch nicht passend genug. Genau dafür ist eine Nachsteuerung da.

Für viele Menschen ab 50 ist Krafttraining am sinnvollsten, wenn es nicht als separates Projekt, sondern als dauerhafte Routine verstanden wird. Zwei kompakte Einheiten pro Woche sind oft realistischer als ehrgeizige Pläne, die an den Alltag scheitern. Wenn Sie die Belastung ruhig aufbauen, Warnzeichen beachten und medizinische Hinweise ernst nehmen, haben Sie eine solide Basis, um Funktion und Selbstständigkeit lange zu erhalten. Darum geht es am Ende: nicht um maximale Anstrengung, sondern um verlässliche Stärke.

Quellen und weiterführende Informationen

Für die medizinischen und trainingspraktischen Hinweise in diesem Beitrag wurden folgende Primärquellen verwendet:

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich ab 50 Krafttraining machen?

Für viele Menschen ist ein Start mit zwei nicht aufeinanderfolgenden Krafttagen pro Woche sinnvoll. Die WHO und die CDC empfehlen Erwachsenen mindestens zwei Tage Muskelkräftigung pro Woche, und die NHS rät älteren Erwachsenen ebenfalls zu Kraft-, Balance- und Beweglichkeitsarbeit. Wenn Sie neu beginnen, reicht anfangs oft ein kleiner Umfang, solange Sie verlässlich dranbleiben und die Technik sauber bleibt.

Muss ich dafür ins Fitnessstudio?

Nein. Ein gutes Programm lässt sich zu Hause, im Studio oder im Rahmen einer Physiotherapie aufbauen. Für den Einstieg reichen oft ein stabiler Stuhl, eine rutschfeste Fläche und Ihr eigenes Körpergewicht. Später können Geräte, Hanteln oder Bänder dazukommen, wenn Sie die Bewegungen sicher beherrschen. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern dass die Übungen zu Ihrer Situation passen.

Woran merke ich, dass die Belastung zu hoch ist?

Ein Warnsignal ist, wenn die Technik deutlich zerfällt, Sie Bewegungen nur noch mit Schwung schaffen oder Beschwerden in Gelenken, Rücken oder Brust auftreten. Ebenfalls wichtig sind ungewohnte Müdigkeit, Schwindel, anhaltende Schwäche oder eine Erholung, die bis zur nächsten Einheit nicht wieder normal wirkt. In solchen Fällen sollten Sie die Belastung reduzieren und bei wiederkehrenden Symptomen ärztlichen Rat einholen.

Ist Muskelkater nach dem Training normal?

Leichter Muskelkater kann gerade am Anfang oder nach neuen Reizen vorkommen. Er ist von stechenden Gelenkschmerzen, Brustdruck, Atemnot oder einem Instabilitätsgefühl zu unterscheiden. Wenn Muskelkater stark ist, sehr lange anhält oder Sie an der Bewegung hindert, war die Steigerung zu groß. Dann sollten Sie die Belastung beim nächsten Mal vereinfachen.

Brauche ich vor dem Start eine ärztliche Untersuchung?

Nicht jede Person braucht vor dem ersten Training eine formale Untersuchung. Sinnvoll ist sie aber, wenn Sie lange nicht aktiv waren und Vorerkrankungen, Schmerzen, Schwindel, Atemprobleme oder Medikamente eine Rolle spielen. Das gilt besonders bei Herz-, Lungen- oder Knochenproblemen. Wenn Sie unsicher sind, ist eine kurze Rücksprache in der Hausarztpraxis der vernünftigste Weg.

Was mache ich bei Brustschmerz, Atemnot oder Schwindel?

Stoppen Sie das Training sofort. Bei starkem Brustschmerz, Atemnot, kaltem Schweiß, Ohnmacht, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, schweren Verletzungen oder anderen Notfallzeichen wählen Sie 112. Wenn die Beschwerden zwar deutlich, aber nicht lebensbedrohlich sind, ist außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig.

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