Wer viel am Schreibtisch arbeitet, kennt das: Der Nacken verspannt, der Rücken zwickt, die Augen brennen. Stundenlanges Sitzen in der gleichen Haltung belastet Körper und Konzentration. Mit der richtigen Einstellung des Arbeitsplatzes und regelmäßigen Pausen können Sie viel für Ihr Wohlbefinden tun, ohne großen Aufwand und ohne teure Hilfsmittel.
Der richtig eingestellte Arbeitsplatz
Ein gut eingerichteter Platz nimmt Ihrem Körper unnötige Belastung ab. Schon kleine Anpassungen an Stuhl, Tisch und Bildschirm machen oft einen großen Unterschied.
- Stellen Sie die Stuhlhöhe so ein, dass die Füße flach auf dem Boden stehen und Knie etwa im rechten Winkel sind.
- Die Unterarme liegen entspannt auf, die Schultern bleiben locker.
- Der Bildschirm steht etwa eine Armlänge entfernt, die obere Kante ungefähr auf Augenhöhe.
- Tastatur und Maus liegen nah genug, damit Sie die Arme nicht weit ausstrecken müssen.
Haltung: in Bewegung bleiben
Die beste Haltung ist die nächste. Statt sich krampfhaft kerzengerade zu halten, ist es sinnvoller, die Position immer wieder zu wechseln. Mal aufrechter, mal etwas zurückgelehnt, mal im Stehen.
- Wechseln Sie regelmäßig zwischen sitzender und stehender Arbeit, wenn möglich.
- Vermeiden Sie es, dauerhaft krumm und nach vorn gebeugt zu sitzen.
- Achten Sie darauf, dass der Kopf nicht ständig nach unten geneigt ist.
Pausen sind kein Luxus
Regelmäßige kurze Pausen entlasten Muskeln und Augen und halten die Konzentration hoch. Wichtig ist, dass Sie sich dabei tatsächlich bewegen und nicht nur den Bildschirm wechseln.
So gestalten Sie Pausen sinnvoll
- Stehen Sie regelmäßig auf, gehen Sie ein paar Schritte und lockern Sie sich.
- Schauen Sie zwischendurch bewusst in die Ferne, um die Augen zu entspannen.
- Trinken Sie zu den Pausen ein Glas Wasser, das verbindet zwei gute Gewohnheiten.
Übungen für zwischendurch
Ein paar einfache Bewegungen lösen Verspannungen, bevor sie sich festsetzen. Sie lassen sich problemlos im Büro oder im Homeoffice durchführen.
- Kreisen Sie langsam die Schultern und lassen Sie sie bewusst sinken.
- Drehen und neigen Sie den Kopf sanft zu beiden Seiten, ohne zu ruckeln.
- Strecken Sie sich, machen Sie sich groß und dehnen Sie den Rücken.
- Stehen Sie auf und gehen Sie Telefonate gehend statt sitzend.
Augen und Beleuchtung
Auch die Augen arbeiten am Bildschirm hart. Gutes Licht und bewusste Blickwechsel beugen Ermüdung vor.
- Sorgen Sie für ausreichend, aber nicht blendendes Licht und vermeiden Sie Spiegelungen auf dem Bildschirm.
- Blinzeln Sie bewusst, gerade bei langer Bildschirmarbeit blinzelt man oft zu selten.
- Gönnen Sie den Augen regelmäßige Blicke in die Ferne.
Trinken und Konzentration
Wer konzentriert arbeitet, vergisst leicht das Trinken, und gerade in klimatisierten oder beheizten Räumen trocknet der Körper schneller aus. Zu wenig Flüssigkeit macht müde und unkonzentriert. Eine sichtbare Wasserflasche auf dem Schreibtisch ist daher eine einfache, wirkungsvolle Hilfe, die Sie zugleich an regelmäßige Pausen erinnert.
- Stellen Sie sich Wasser griffbereit hin und trinken Sie regelmäßig.
- Verbinden Sie das Nachfüllen der Flasche mit einer kurzen Bewegungspause.
- So tun Sie gleich doppelt etwas Gutes für Körper und Konzentration, ohne extra Aufwand einplanen zu müssen.
Bewegung in den Arbeitstag bringen
Der Körper ist für Bewegung gemacht, nicht für stundenlanges Stillsitzen. Wer Bewegung geschickt in den Tag einbaut, beugt Verspannungen vor und bleibt nebenbei wacher und konzentrierter.
- Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs.
- Holen Sie sich Wasser oder Tee bewusst zu Fuß, statt alles griffbereit zu horten.
- Verlegen Sie kurze Besprechungen oder Telefonate ins Gehen.
- Nutzen Sie die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft.
Auch im Homeoffice auf Ergonomie achten
Wer von zu Hause arbeitet, sitzt schnell am Küchentisch oder gar auf dem Sofa. Für kurze Zeit ist das in Ordnung, auf Dauer belastet es jedoch Rücken und Nacken. Mit einfachen Mitteln verbessern Sie auch den heimischen Arbeitsplatz spürbar.
- Nutzen Sie einen Stuhl mit Rückenlehne statt eines Hockers oder der Couch.
- Erhöhen Sie den Laptop, etwa mit Büchern, und verwenden Sie eine separate Tastatur.
- Sorgen Sie für gutes Licht und einen festen, ruhigen Arbeitsplatz.
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Sie müssen nicht alles auf einmal ändern. Beginnen Sie mit ein bis zwei Anpassungen, etwa der Bildschirmhöhe und festen Bewegungspausen. Wenn diese zur Gewohnheit geworden sind, kommt der nächste Schritt. So bleiben die Veränderungen alltagstauglich und halten dauerhaft.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Rücken-, Nacken- oder Augenbeschwerden, Taubheitsgefühlen oder ausstrahlenden Schmerzen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte der Bildschirm stehen?
Als Orientierung gilt: Die obere Bildschirmkante liegt etwa auf Augenhöhe und der Bildschirm steht ungefähr eine Armlänge entfernt. So bleibt der Kopf in einer entspannten Position und der Nacken wird entlastet.
Ist Stehen besser als Sitzen?
Entscheidend ist der Wechsel. Dauerhaftes Stehen ist nicht automatisch besser als Sitzen. Am gesündesten ist es, die Position regelmäßig zu wechseln und immer wieder etwas Bewegung einzubauen.
Wie oft sollte ich Pausen machen?
Sinnvoll sind regelmäßige kurze Unterbrechungen, in denen Sie aufstehen, sich bewegen und die Augen entspannen. Kurze, häufige Pausen wirken meist besser als wenige lange.
Was tun bei dauerhaften Verspannungen?
Prüfen Sie zunächst die Einstellung Ihres Arbeitsplatzes und bauen Sie mehr Bewegung ein. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verstärken sie sich, sollten Sie ärztlichen oder physiotherapeutischen Rat einholen.
